Das Wichtigste in Kürze
- Kein weiteres Wasser einleiten und keinen chemischen Rohrreiniger nachkippen – bei stehendem Wasser erreicht er die Verstopfung ohnehin nicht.
- Ursachen unterscheiden sich nach Raum: In der Küche Fett und Speisereste, im Bad Haare und Seifenrückstände, überall zunehmend Feuchttücher.
- Ein einzelner betroffener Ablauf deutet auf eine lokale Verstopfung. Laufen mehrere Abläufe gleichzeitig nicht ab, sitzt das Problem im Fallstrang oder in der Grundleitung.
- Verfahren nach Befund: Spirale für lokale Pfropfen, Hochdruckspülung für Fett und Ablagerungen über längere Strecken.
- Bei wiederkehrender Verstopfung an derselben Stelle klären wir per Kamera, ob eine bauliche Ursache dahintersteckt.
Themen auf dieser Seite
- Verstopfter Abfluss
- Siphon
- Fallrohr
- Rohrreinigungsspirale
- Hochdruckspülung
- Kamera-Inspektion
- Fettablagerung
- Feuchttücher
- Grundleitung
- Rohrversatz
- Berlin
Sofortmaßnahmen – und was Sie besser lassen
- Kein Wasser mehr einleiten. Der betroffene Ablauf bleibt ungenutzt.
- Keinen chemischen Rohrreiniger nachkippen. Bei stehendem Wasser erreicht das Mittel den Pfropfen gar nicht, bleibt im Rohr stehen und wird zur Verätzungsgefahr für jeden, der danach daran arbeitet – auch für unseren Techniker. Sagen Sie uns bitte, wenn Sie es schon versucht haben.
- Prüfen, wie viele Abläufe betroffen sind. Testen Sie Waschbecken, Dusche, Küche. Nur einer: lokale Verstopfung. Mehrere gleichzeitig: Fallstrang oder Grundleitung – dann sind meist auch Nachbarn betroffen.
- Bei einem einzelnen Ablauf: Siphon prüfen. Eimer drunter, Siphon abschrauben, reinigen. Bei Waschbecken und Spüle sitzt die Verstopfung erstaunlich oft genau dort.
Was wo verstopft
- Küche: Fett. Flüssig eingespült, erstarrt es an der kalten Rohrwand und fängt Speisereste ein. Über Monate wächst so ein Pfropfen, der den Querschnitt zunehmend verengt – deshalb kommt die Küchenverstopfung schleichend und nicht plötzlich.
- Bad: Haare und Seife. Haare bilden ein Geflecht, Seifen- und Shampoo-Rückstände verkleben es zu einer festen Masse. Klassiker in Dusche und Badewanne.
- Feuchttücher. Auch die als „spülbar“ verkauften lösen sich im Abwasser nicht auf. Sie verhaken sich an jeder Unebenheit und sind heute eine der häufigsten Ursachen für Verstopfungen in Fallsträngen.
- Kalk und Ablagerungen. In Berlin mit seinem harten Wasser verengen mineralische Ablagerungen ältere Rohre über die Jahre zusätzlich.
- Bauliche Ursachen. Rohrversatz, falsches Gefälle, Wurzeleinwuchs in der Grundleitung, Scherbenbruch. Erkennbar daran, dass immer dieselbe Stelle verstopft, egal wie vorsichtig man ist.
Was Sie selbst versuchen können
- Saugglocke richtig einsetzen. Die Glocke muss vollständig unter Wasser stehen, und der Überlauf des Beckens muss mit einem feuchten Tuch abgedichtet werden – sonst entweicht der Druck genau dort. Mehrmals kräftig und zügig pumpen. Bringt es nach fünf Versuchen nichts, sitzt die Verstopfung tiefer.
- Siphon reinigen. Eimer unterstellen, Überwurfmuttern von Hand lösen, Siphon ausspülen, Dichtungen kontrollieren, wieder zusammensetzen. Die häufigste Reparatur, die man selbst schafft.
- Heißes Wasser bei Fett. Bei einer beginnenden Küchenverstopfung kann heißes Wasser mit etwas Spülmittel helfen. Kein kochendes Wasser in Kunststoffrohre.
Was Sie nicht tun sollten: mit einem Draht oder Kleiderbügel im Rohr stochern – das schiebt die Verstopfung nur weiter und beschädigt Dichtungen. Und keine Chemie bei stehendem Wasser.
Wie wir vorgehen
- Eingrenzen. Welche Abläufe sind betroffen? Daraus ergibt sich, ob wir in der Anschlussleitung, im Fallstrang oder in der Grundleitung arbeiten.
- Verfahren wählen. Spirale für lokale Pfropfen und textile Bestandteile. Hochdruckspülung für Fett und Ablagerungen über längere Strecken – sie reinigt die Rohrwand, statt nur ein Loch durch die Verstopfung zu bohren, deshalb hält das Ergebnis länger.
- Abfluss freilegen und mit Wasser prüfen, ob er wieder vollständig läuft.
- Bei Wiederholungsfällen: Kamera. Nur so lässt sich unterscheiden, ob es an der Nutzung liegt oder an Rohrversatz, Wurzeleinwuchs oder falschem Gefälle.
- Aufräumen. Wir hinterlassen den Arbeitsbereich sauber – das ist bei diesem Gewerk keine Selbstverständlichkeit.
So bleibt es frei
- Kein Fett und kein Öl in den Ausguss. Bratfett auskühlen lassen und im Restmüll entsorgen.
- Haarsieb in Dusche und Badewanne. Die günstigste Versicherung gegen Badverstopfungen.
- Keine Feuchttücher, Wattestäbchen oder Hygieneartikel in Abfluss oder Toilette – unabhängig davon, was auf der Packung steht.
- Kaffeesatz gehört nicht in die Spüle. Er setzt sich in Krümmungen ab.
- Regelmäßig heiß spülen. Einmal die Woche heißes Wasser durch den Küchenablauf laufen lassen, bevor sich Fett festsetzt.
- Siphon jährlich reinigen. Zehn Minuten Arbeit, die den häufigsten Notfall verhindern.
Weitere Notfälle in diesem Gewerk
Häufige Fragen
Helfen chemische Rohrreiniger aus dem Supermarkt?
Bei einem nur verzögerten Ablauf manchmal, bei einer vollständigen Verstopfung nicht. Steht das Wasser bereits, erreicht das Mittel den Pfropfen gar nicht. Es bleibt im Rohr stehen, greift Dichtungen und ältere Rohrmaterialien an und ist eine Verätzungsgefahr für jeden, der anschließend daran arbeitet.
Woran erkenne ich, ob die Verstopfung lokal ist oder im Fallstrang sitzt?
Testen Sie mehrere Abläufe in der Wohnung. Läuft nur einer nicht ab, sitzt die Verstopfung in dessen Anschlussleitung – häufig sogar im Siphon. Laufen mehrere gleichzeitig nicht ab oder drückt Wasser an anderer Stelle hoch, liegt das Problem im gemeinsamen Fallstrang oder in der Grundleitung. Dann sind meist auch Nachbarn betroffen.
Wer zahlt die Rohrreinigung – Mieter oder Vermieter?
Als Faustregel gehen Verstopfungen in der Anschlussleitung innerhalb der Wohnung zulasten des Verursachers, Verstopfungen im gemeinsamen Fallstrang oder in der Grundleitung zulasten von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft. Unsere Dokumentation zeigt, wo die Verstopfung tatsächlich saß – das entscheidet die Frage in der Praxis oft.
Wie funktioniert die Saugglocke richtig?
Die Glocke muss vollständig unter Wasser stehen, und der Überlauf des Beckens muss mit einem feuchten Tuch abgedichtet werden, sonst entweicht der Druck dort. Dann mehrmals kräftig und zügig pumpen. Bringt das nach etwa fünf Versuchen nichts, sitzt die Verstopfung zu tief für dieses Werkzeug.
Warum verstopft bei mir immer dieselbe Stelle?
Das spricht für eine bauliche Ursache: Rohrversatz, zu geringes Gefälle, eine Muffe mit Vorsprung, Wurzeleinwuchs oder ein Scherbenbruch. Solange die Ursache besteht, wiederholt sich die Verstopfung unabhängig vom Nutzungsverhalten. Eine Kamera-Inspektion klärt das eindeutig.
Abfluss dicht? Wir kommen rund um die Uhr
24 Stunden, 365 Tage im Jahr. Spirale, Hochdruck und Kamera – meist in 30 bis 60 Minuten bei Ihnen.
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